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Was ist Psychiatrie?

Psychiatrie umfasst die Diagnostik, Therapie und Prävention der seelischen Krankheiten des Menschen. Da bei diesen Krankheiten die seelischen Störungen mit körperlichen Symptomen verbunden sein können und psychische, soziale sowie somatische Bedingungen an der Entstehung beteiligt sind, müssen auch biologische Vorgehensweisen mit einbezogen werden.
Bei der psychiatrischen Untersuchung werden folgende Parameter beurteilt: Stimmung, Affekt, Psychomotorik, Denken formal und inhaltlich, Schlaf, Krankheitsverarbeitung.

Diese Erkrankungen werden teilweise medikamentös und/oder psychotherapeutisch kombiniert behandelt.

Psychiatrische Behandlung

Die psychiatrische Behandlung umfasst:

Affektive Störungen:
Hierzu gehören: Psychosen, Zyklothymien, manisch-depressive Erkrankung, uni-/bipolare Psychose. Depression, mono/unipolare Depression, endogene Depression, phasische Depression, periodische Depression, Major-Depression, depressive Episode, rezidivierende depressive Störung, Melancholie, psychotische Depression, Schwermut, Manien, Dysthymie, affektive, zykloide, zyklothyme Persönlichkeitsstörung.

Depressionen bieten ein vielgestaltiges Bild. Hauptsymptome sind gedrückte Stimmung, Hemmung von Denken und Antrieb und körperlich vegetative Störungen.
Manie: Charakterisiert durch euphorisch gehobenen Stimmungslage, Enthemmung, Selbstüberschätzung und Ideenflucht.

Dysthymie: Chronische, mindestens 2 Jahre andauernde depressive Verstimmung geringen Ausprägungsgrades.
Diese Störung hat viel mit dem Konzept der neurotischen Depression gemeinsam.

Zyklothymia: Andauernde Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden leichter Depression und leichter gehobener Stimmung.

Angst- und Panikstörungen:
Unter dem Oberbegriff Angst- und Panikstörungen werden mehrere Erkrankungen zusammengefasst, die durch massive Angstreaktionen bei gleichzeitigem Fehlen akuter extremer Gefahren und Bedrohungen charakterisiert sind. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche Erscheinungsweisen der Angst aus. Die wesentlichen Formen sind frei flutierende Angst, phobische Angst sowie Panik.
Die Symptomatik umfasst sowohl seelische als auch körperliche Beschwerden.
Angststörungen haben in der Regel gravierende Folgen auch im sozialen Bereich und könne zu ausgeprägter Behinderung führen.

Zwangsstörungen:
Zwangssyndrom, Zwangsneurose, anankastisches Syndrom, obsessiv-krumpulsives Syndrom.

Als Zwangsstörung werden Krankheitsbilder bezeichnet, bei denen Zwangsgedanken, Zwangsimpulse und/oder Zwangshandlungen im Vordergrund der Symptomatik stehen. Unter der Bezeichnung „Zwang“ werden Vorstellungen, Handlungsimpulse und Handlungen zusammengefasst, die sich stereotyp wiederholen, sich einem Menschen aufdrängen und gegen deren Auftreten er sich vergebens wehrt.
Zwangserscheinungen werden als dem eigenen Ich zugehörig, jedoch meist als unsinnig und bedrohlich erlebt. Sie können auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen (insbesondere Psychosen) vorkommen.

Schizophrenie:
Die schizophrenen Psychosen gehören zur Hauptgruppe der endogenen Psychosen. Bei diesen Erkrankungen kommt es zum Auftreten charakteristischer, symptomatisch oft sehr vielgestaltiger psychopathologischer Querschnittsbilder, mit Wahn, Halluzinationen, formalen Denkstörungen, Ich-Störungen, Affektstörungen und psychomotorischen Störungen. Nachweisbare körperliche Ursachen fehlen.
Schizophenieartige Bilder werden als schizophreniforme Erkrankungen klassifiziert.

Organische Psychische Störungen:
Als organische Psychosyndrome werden Erkrankungen bezeichnet, die durch krankhafte Veränderungen des Gehirns bzw. des Gesamtorganismus verursacht werden, d. h. durch eine diagnostizierbare cerebrale oder systemische Erkrankung. Trotz unterschiedlicher körperlicher Ursachen können gleichartige psychopathologische Syndrome entstehen.
Der Begriff „organisch“ wird durch die Nachweisbarkeit einer körperlichen Ursache festgelegt. Zu dieser Gruppe gehören akute und chronische hirnlokale und hirndiffuse, primäre und sekundäre Psychosyndrome.

Akute Psychosyndrome sind durch rasch einsetzende und nach einer gewissen Zeit wieder abklingende Symptome, chronische Psychosyndrome, meist durch schleichend beginnende und andauernde oder fortschreitende Krankheiten hervorgerufen.
Zu den chronischen Psychosyndromen gehören z. B. dementielle Entwicklungen.

Reaktion auf schwere Belastungsstörungen und Anpassungsstörungen:
Reaktion auf belastende Lebensereignisse, die nach Art und Ausmaß deutlich über das nach allgemeiner Lebenserfahrung zu erwartende hinausgehen und denen aufgrund ihrer Ausprägung oder Folgen Krankheitswert zukommt. Dabei wird in der Regel die affektive Situation, die Leistungsfähigkeit und die sozialen Beziehungen beeinträchtigt.

Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen):
Es handelt sich um eine Gruppe von Störungen, bei denen es zu körperlich (meist neurologisch) anmutenden Ausfällen kommt, ohne dass es eine erklärende somatische Ursache gibt und deren Entwicklung ein psychischer Konflikt vorausgeht. Es kommt dabei zu einer teilweisen oder vollständigen Entkoppelung von seelischen und (umschriebenen) körperlichen Funktionsstörungen (Dissoziation).

Somatoforme Störungen:
Hauptmerkmal der somatoformen Störungen ist ein anhaltendes, oft wiederholtes Auftreten von körperlichen Symptomen, für die keine ausreichenden organischen Befunde nachweisbar sind, bei denen aber in der Pathogenese seelische Belastungssituationen und Konflikte eine wesentliche Rolle spielen.
Wichtigste Formen: Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung, somatoforme Schmerzstörung.

Schlafstörungen:
Schlafprobleme gehören zu den meist genannten Beschwerden bei der Arztkonsultation. Am häufigsten vorkommende Form der Schlafstörung: Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung).
Häufiger sind Hypersomnie (Zustand exzessiver Schläfrigkeit während des Tages oder Auftreten von Schlafanfällen); Störung des Schlaf-/Wachrhythmus (Mangel an Synchronizität zwischen dem individuellen und dem erwünschten Schlaf-/Wachrhythmus der Umgebung) mit meist vegetativer Begleitsymptomatik, hierzu zählen Schlafwandeln (Somnambulismus, Pavur nocturnus und Alpträume).

Essstörungen, Sexuelle Störungen, Abhängigkeit und Sucht:
Suchtkrankheiten werden von uns primär nicht behandelt. Wir leiten jedoch entsprechende Therapiemaßnahmen ein.

Persönlichkeitsstörungen:
Unter Persönlichkeitsstörungen werden tief verwurzelte, anhaltende und weitgehend stabile Verhaltensmuster verstanden, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. In vielen Fällen gehen diese Störungen mit persönlichem Leiden und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.
Einzelne Formen der Persönlichkeitsstörungen werden nach den vorherrschenden Verhaltensmustern klassifiziert: Paranoide, schizoide, schizotype, dissoziale (antisoziale) emotional instabile, histrionische, anankastische (zwanghafte), ängstliche (vermeidende) und abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung.

Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle:
Das gemeinsame Merkmal dieser Störungen ist das wiederholte, vollständige oder teilweise Versagen der (willentlichen) Beherrschung eines Wunsche oder Antriebs (Impuls).
Durch das daraus resultierende Verhalten kommt es meist zur Schädigung der eigenen oder anderer Personen. Die wichtigsten Formen sind: pathologisches Stehlen (Kleptomanie), pathologische Brandstiftung (Pyromanie) und pathologisches Spielen.
Diese Erkrankungen weisen große Überschneidungen mit nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten auf.

Suizidalität:
Unter Suizid (Selbsttötung) versteht man die absichtliche Selbstschädigung mit tödlichem Ausgang.
Unter Suizidversuch versteht man die absichtliche Selbstschädigung mit dem Ziel und im weiteren Sinn mit der Möglichkeit des tödlichen Ausgangs.
Parasuizid wird definiert als Handlung mit nicht tödlichem Ausgang, bei der ein Mensch sich absichtlich Verletzungen zufügt oder Medikamente/Drogen außerhalb des anerkannten Dosisbereiches einnimmt.